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  • AutorenbildAlexandra Estupiñán

Umgang mit Wut. Ein Kurs nur für Eltern von gefühlsstarken Kindern?


Nora Imlaus Buch „So viel Freude so viel Wut - Gefühlsstarke Kinder verstehen und begleiten" hat vielen Eltern geholfen

Nora Imlau hat mit dem Buch „So viel Freude so viel Wut“ vielen Eltern einen Stein vom Herzen fallen lassen. Endlich stand da schwarz auf weiß geschrieben, was die Besonderheiten von gefühlsstarken Kindern sind. Dies gab den Eltern die Möglichkeit, eine andere Perspektive einzunehmen als „mit meinem Kind stimmt was nicht“. Das Buch bietet praktische Tipps und Ratschläge für den Umgang mit Kindern, die sehr empfindsam und sensibel auf ihre Umgebung reagieren. Es geht darum, wie man als Eltern die Bedürfnisse dieser Kinder besser verstehen und erfüllen kann, um ihnen zu helfen, ihre Emotionen zu regulieren und ein glückliches Leben zu führen. Das Buch enthält auch viele Fallbeispiele und Erfahrungsberichte von Eltern, die mit gefühlsintensiven Kindern zu tun haben.


Die Eltern hatten plötzlich eine Erklärung („ah ja, ich habe halt ein gefühlsstarkes Kind“) und damit wurde Vieles leichter.

Plötzlich gab es eine Erklärung oder man könnte fast sagen eine Entschuldigung dafür, dass das eigene gefühlsstarke Kind eben ein Kind ist, das sehr intensiv und stark auf seine Emotionen reagiert.

-Dass es sich eben schnell aufregt, frustriert oder überwältigt ist und seine Gefühle sehr stark ausdrückt. - Oder dass es auch sehr empfindlich auf Veränderungen oder Stress reagiert, weil das bei gefühlsstarken Kindern nunmal so ist.


Was das hilfreiche und das nicht hilfreiche an der Beschreibung „Gefühlsstarkes Kind“ ist:

Es gibt keinen Nachteil, wenn man sein Kind als "gefühlsstark" bezeichnet. Der Begriff "gefühlsstark" oder "gefühlsintensiv" wird verwendet, um Kinder zu beschreiben, die sehr empfindsam und sensibel auf ihre Umgebung reagieren und starke Emotionen haben. Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich hierbei nicht um eine Diagnose im medizinischen Sinne handelt, sondern um eine Beschreibung von Persönlichkeitsmerkmalen. Jedoch kann es, immer wenn wir zu „Beschreibungen“ greifen, zu Stigmatisierungen kommen.

Den einen hilft die Bezeichnung „Gefühlsstarkes Kind“ vielleicht, den anderen nicht unbedingt und das kann sowohl für Eltern als auch für das betreffende Kind gelten. Eventuell hilft den Eltern der Begriff während das Kind sich nun „in eine Schublade“ gesteckt, also stigmatisiert fühlt! Oder umgekehrt.

Wenn und wem der Begriff „gefühlsstark“ hilft: wunderbar!! Nora Imlau hat mit ihrem Buch Großartiges geleistet und in so vielen Familien für viel Erleichterung gesorgt.


Weshalb richtet sich der Starke Mamas - starke Kinder Gefühle-Kurs nicht nur an Mütter gefühlsstarker Kinder?


Für die Inhalte meines Kurses ist es nicht wichtig, ein Kind oder das Verhalten eines Kindes in Begriffe einzuordnen. Alle Menschen kennen alle Gefühle. Ein gefühlsstarkes Kind erlebt mit Sicherheit Situationen, in denen es gelassen reagieren kann, wo ein befreundetes, nicht gefühlsstarkes Kind, das in dem Moment das Gleiche erlebt, vielleicht „ausrastet“. Wie Gefühle wirken, welche wir haben und wie wir damit umgehen, ist immer auch abhängig von der jeweiligen Situation, von der Tagesform, von der persönlichen Geschichte und komplexerweise von einer Mischung aus all dem.


Deshalb fühlen sich Mütter gefühlsstarker Kinder im stamastaki®Kurs für einen friedvollen Umgang mit starken Gefühlen bestens aufgehoben, obwohl der Unterschied zwischen gefühlsstarken Kindern und nicht gefühlsstarken Kindern nicht über das Maß hinaus thematisiert wird, in dem es den Teilnehmerinnen wichtig ist, darüber zu sprechen.


  • Alle Menschen kennen alle Gefühle

  • wie wir einen freundlichen Umgang mit unseren Gefühlen aufbauen und kultivieren können

  • welche Möglichkeiten es gibt, unseren Kindern zu vermitteln: du bist okay, egal welches Gefühl Du hast, wie oft Du es hast, wie stark du es hast und wie es bei Dir im Vergleich mit den meisten anderen Kindern ist.

  • Dass es nicht notwendig ist, Gefühle zu bewerten und Gefühle keine Daseinsberechtigung, Begründung oder Rechtfertigung brauchen

  • wie Mütter mit ihren eigenen Gefühlen gut umgehen können und ihren Kindern damit ein Vorbild sein können

  • wie Mütter ihre Kinder ganz konkret begleiten können, wenn starke Gefühle präsent sind (Und das sind nicht nur Wut, sondern Hilflosigkeit, Traurigkeit, Verzweiflung, Resignation, Ungeduld, und viele mehr!)

  • wie ein Kontakt von Herz zu Herz beibehalten werden kann unabhängig von den Gefühlen, die auf beiden Seiten gerade vorherrschen.

Wir können Kinder also vertraut machen mit ihren eigenen Gefühlen, so dass immer mehr Normalität im Umgang mit Gefühlen entsteht. So dass "Gefühle haben" keine Angst mehr macht, nicht mehr bewertet oder verurteilt wird und noch nicht einmal für Stress sorgen muss. Das Schöne ist, dass unsere Kinder noch viel näher dran sind an ihrem Wesenskern und dass wir ihnen dabei helfen können, sich gar nicht erst so weit davon zu entfernen, wie das bei uns vielleicht der Fall war.


„Komm steh`auf, ist doch nichts passiert.“ „Warum isst du nichts und verziehst das Gesicht? Das schmeckt doch so lecker!“ „Da musst du jetzt nicht weinen, wir können doch morgen ein Eis kaufen“. ...Mit diesen Sätzen sind wir groß geworden und letzten Endes führen sie dazu, dass wir uns von unserer Mitte, unserem guten Gefühl für uns selbst und einer Akzeptanz aller unserer Gefühle entfernen.


Dabei geht es mir in meinen Kursen und meinem Mütter-Coaching/systemische Therapie Angebot um viel mehr als „ich lerne, was ich tun kann, um dann weniger Stress mit meinen Kindern zu haben oder mich weniger als Mutter überfordert zu fühlen. Mein Herzensanliegen ist es, Familien und auch soziale Einrichtungen dabei zu unterstützen, den Kindern dabei zu helfen, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass Gefühle überhaupt kein Problem sind. Dass Gefühle etwas sind, was alle Menschen kennen, was kommt und geht und uns dabei hilft, uns in der Welt gemäß unserer Bedürfnisse zu orientieren, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen und für sie einzustehen.


Ich wünsche mir, dass bei so vielen Kindern wie möglich im Herzen ankommt:

Ich bin okay, wie ich bin. Mit meiner Wut. Mit meiner Ungeduld. Mit meinem Neid. Mit meinem „nicht teilen wollen“. Mit welchem Gefühl / Bedürfnis auch immer.

Das Kind soll immer wieder die Erfahrung machen:"...Mein Gefühl, das bin nicht ich im Ganzen, sondern nur ein temporärer Teil von mir. Ein Teil, den auch andere Menschen, ja sogar meine Mama, mein Papa zu Genüge kennt. Z.B. Neid. Weil ich das Spielzeug meiner Schwestern auch gerne hätte (und gleichzeitig ein anderer Teil von mir es meiner Schwester gönnt)! Was auch immer gerade bei mir los ist: ich darf so sein. Es gibt keinen Grund, das zu bewerten, was gerade ist oder einer Bezeichnung unterzuordnen.


...Und das Erstaunliche ist, dass in dem Moment, in dem das Kind sich ganz und gar in dem Gefühl, das gerade da ist, gesehen fühlt und eine Erlaubnis dafür spürt, dass das jetzt einfach so sein darf, wie es ist, spätestens dann beginnt das Gefühl von ganz alleine, sich zu verändern.


So oft ich das erleben darf (ich habe selbst zwei Töchter), so oft staune ich und fühle mich getragen von der tiefen Gewissheit, dass es keinen Grund gibt, anders zu handeln. Das es keinen Grund gibt, irgendetwas zu tun, damit bloß, um Himmels Willen, das Kind, so bald wie möglich wieder „zur Vernunft“ gebracht wird. Wir sind wir MIT all unseren Gefühlen okay - und so lebendig wie das Leben selbst!


Wie geht es uns selbst, wenn wir mit einer Traurigkeit oder Verzweiflung z.B. an unseren Partner herantreten. Hilft uns, wenn er mit Lösungsvorschlägen oder Sprüchen wie "ach komm', Kopf hoch"? daherkommt? Oder tut es einfach nur gut, wenn er sagt: „oh, Du bist traurig. Komm doch Mal her und erzähl' mir ein bisschen, wenn Du magst“?...Und warum sollte es bei unseren Kindern anders sein?



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